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316, 316L und 316H - Was sind die Unterschiede zwischen ihnen?

316, 316L und 316H Edelstähle gehören alle zu den molybdänhaltigen austenitischen Edelstählen (16-18% Chrom, 10-14% Nickel, 2-3% Molybdän-System). Der Kernunterschied zwischen ihnen liegt im Kohlenstoffgehalt und den daraus resultierenden Leistungseigenschaften. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte vergleichende Analyse der drei:

1. Chemische Zusammensetzung und Kernunterschiede

Bild 1 

II. Leistungsvergleich

1. Korrosionsbeständigkeit

316L: Der niedrige Kohlenstoffgehalt hemmt die Ausscheidung von Chromkarbid und verringert deutlich das Risiko der interkristallinen Korrosion. Es eignet sich für Medien, die Cl⁻ enthalten (z. B. Meerwasser, chemische Umgebungen).

316H: Bildet bei hohen Temperaturen leicht Chromkarbid, was zu Chrommangel an den Korngrenzen führt und die Korrosionsbeständigkeit verringert, aber eine bessere Oxidationsbeständigkeit im Vergleich zu 316L aufweist.

316: Zwischen den beiden liegt, gute Korrosionsbeständigkeit in normalen Umgebungen, aber Vorsicht ist bei hohen Temperaturen oder in Umgebungen mit hohem Cl⁻-Gehalt geboten.

2. Hochtemperaturleistung

316H: Hoher Kohlenstoffgehalt (0,04 - 0,10%), bildet bei hohen Temperaturen (500 - 800℃) verstärkte Karbide, ausgezeichnete Kriechbeständigkeit und Dauerfestigkeit, geeignet für Kessel, petrochemische Anlagen.

316L: Weniger anfällig für Karbidausscheidung, kann im Bereich von 425 - 860℃ verwendet werden, geeignet für dickwandige geschweißte Bauteile.

316: Intermittierender Einsatz bis 870℃, kontinuierlicher Einsatz bis 925℃, aber bei langfristiger Hochtemperatur sollte der Sensibilisierungstemperaturbereich (425 - 860℃) vermieden werden.

3. Mechanische Eigenschaften

Mechanische Eigenschaften bei Normaltemperatur: Die Zugfestigkeit (≥515 MPa), Streckgrenze (≥205 MPa) aller drei sind ähnlich, und die Dehnung ist alle ≥40%.

Kaltverfestigung: 316H zeigt nach Kaltverformung (z.B. 20% Verformung erreicht 900 MPa) eine deutliche Steigerung der Festigkeit, geeignet für die Formgebung von Strukturbauteilen.

III. Anwendungsbereiche

Bild 2

IV. Verarbeitungs- und Schweißvorkehrungen

Schweißbarkeit:

316L: Nach dem Schweißen ist kein Anlassen erforderlich, und es eignet sich für das Schweißen von dicken Platten (über 5 mm).

316H: Die Schweißtemperatur muss kontrolliert werden (um Sensibilisierung zu vermeiden), und es wird empfohlen, hochkohlenstoffhaltige Schweißdrähte zu verwenden und mit Anlassen zu kombinieren.

316: Normale Schweißung reicht aus, aber dicke Platten erfordern möglicherweise eine Wärmebehandlung nach dem Schweißen.

Verarbeitbarkeit:

316L ist aufgrund seines geringen Kohlenstoffgehalts leichter kaltverarbeitbar, während 316H aufgrund seines hohen Kohlenstoffgehalts eine höhere Schneidkraft erfordert.

Das verbesserte 316Ugima - Material hat eine deutlich bessere Bearbeitbarkeit als die Standard - 316 - Serie.

V. Auswahlempfehlungen

Für Hochtemperatur - und Hochdruck - Szenarien (≥500℃): Wählen Sie 316H, wobei sowohl die Stärke als auch die Oxidationsbeständigkeit berücksichtigt werden.

In korrosionsempfindlichen Umgebungen (z. B. Cl⁻, Meerwasser): Wählen Sie 316L, um interkristalline Korrosion zu vermeiden.

Für allgemeine Anwendungen: 316 bietet das beste Preis - Leistungsverhältnis und erfüllt die meisten industriellen Anforderungen.

VI. Datenüberprüfungsbeispiele

Beständigkeit gegen Cl⁻-Korrosion: 316L zeigt keine Lochfraßkorrosion in einer Umgebung mit 300mg/L Cl⁻ bei 60℃, während 316H unter diesen Bedingungen korrodieren kann.

Hohtemperaturfestigkeit: Die Streckgrenze von 316H bei 600℃ ist ungefähr 30% höher als die von 316L, was es für Komponenten von Überkritischen Kesseln geeignet macht. 

VII. Alternativlösungen-Referenz

316Ti: Geeignet für dickwandige geschweißte Komponenten, die eine Stabilisierungsbehandlung erfordern, als Alternative zu 316H, um das Risiko der Sensibilisierung zu vermeiden.

904L: Ein Superaustenitischer Stahl mit überlegener Cl⁻-Korrosionsbeständigkeit im Vergleich zur 316-Reihe, aber zu höheren Kosten.

Indem man den Kohlenstoffgehalt, die Leistungsanforderungen und die Kostenfaktoren umfassend berücksichtigt, kann die Materialauswahl genau abgestimmt werden. In der praktischen Anwendung muss eine Lebenszykluskostenanalyse (LCCA) in Kombination mit den spezifischen Betriebsbedingungen (Temperatur, Medium, mechanische Belastung) durchgeführt werden.


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